Seestern
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Seestern

Asteroidea

Überblick

Seesterne (Klasse Asteroidea) sind marine Wirbellose, die zur Klasse der Stachelhäuter (Echinodermata) gehören und damit eng mit Seeigeln, Seegurken und Schlangensternen verwandt sind, nicht jedoch mit Fischen. Es sind über 2.000 Arten bekannt, die in allen Weltmeeren von der Gezeitenzone bis in Tiefen von über 6.000 Metern vorkommen. Die meisten Seesterne besitzen einen charakteristischen fünfstrahligen Körperbau, obwohl manche Arten vier, sechs, acht oder sogar über vierzig Arme haben können. Trotz ihres scheinbar einfachen Körperbaus sind Seesterne ökologisch bedeutsame Räuber, die maßgeblich zur Strukturierung mariner Lebensgemeinschaften beitragen. Das berühmte Konzept der Schlüsselart wurde an einem Seestern entwickelt: Der Purpurstern (Pisaster ochraceus) des nordwestlichen Pazifiks reguliert durch seine Prädation auf Miesmuscheln die Artenzusammensetzung von Gezeitenbecken so grundlegend, dass sein Entfernen die Artenvielfalt drastisch reduziert. Seesterne bewegen sich mittels Tausender winziger, saugnapfartiger Röhrenfüßchen, die an der Unterseite der Arme angeordnet sind und über ein hydraulisches Wassergefäßsystem betrieben werden. Dieses wasservaskuläre System ist eines der faszinierendsten und charakteristischsten Merkmale der Stachelhäuter.

Wissenswertes

Seesterne sind in der Lage, außerhalb ihres eigenen Körpers zu verdauen: Sie können ihren Magen durch den Mund nach außen stülpen, ihn in die Schale von Muscheln oder Austern schieben und dort Verdauungsenzyme direkt auf das Weichgewebe des Beutetieres injizieren. Das vorverdaute Gewebe wird dann zurück in den Körper des Seesterns gesaugt. Diese extraintestinale Verdauung erlaubt es dem Seestern, Beute zu fressen, die zu groß ist, um durch seinen Mund zu passen. Zudem können viele Seesternarten verloren gegangene Arme vollständig regenerieren, und einige Arten können sich sogar aus einem einzigen abgetrennten Arm, der einen Teil des zentralen Körperscheibe enthält, zu einem vollständigen neuen Tier regenerieren.

Physische Merkmale

Der typische Seestern besitzt einen zentralen Körperscheibe, von der fünf Arme (oder mehr, je nach Art) ausstrahlen. Die Körperoberfläche ist mit einem Kalkskelett aus kleinen Plättchen und Stacheln, Warzen oder Kielschuppen bedeckt, die der Haut Struktur und Schutz verleihen. An der Unterseite der Arme befinden sich in Längsreihen angeordnete Röhrenfüßchen, kleine, dehnbare, saugnapfartige Strukturen, die durch Wasserdruck betrieben werden und dem Seestern Fortbewegung, Haftung und das Öffnen von Muscheln ermöglichen. Am Ende eines jeden Arms befinden sich einfache Lichtsinnesorgane (Augenflecken), die hell-dunkel-Unterschiede wahrnehmen können. In der Körpermitte der Oberseite liegt die Madreporenplatte, eine siebähnliche Struktur, über die Wasser in das Wassergefäßsystem aufgenommen wird. Farben und Muster variieren extrem zwischen den Arten: von einheitlichem Orange, Rot, Violett oder Blau bis zu komplexen Tarnmustern.

Verhalten und Ökologie

Seesterne bewegen sich langsam und methodisch mit Hilfe ihrer Hunderte bis Tausende von Röhrenfüßchen, die koordiniert koordiniert und verlängert und eingezogen werden, um das Tier vorwärts zu ziehen. Trotz ihrer scheinbaren Schwerfälligkeit sind sie effektive Räuber: Viele Arten ernähren sich von Muscheln, Austern, anderen Weichtieren, Seeigeln, Korallenpolypen und sogar anderen Seesternen. Die Fähigkeit, Muschelschalen mit ihren Armen langsam auseinanderzuziehen, ist besonders bemerkenswert: Ein Seestern kann Kräfte aufwenden, die die Schließmuskelkraft einer Muschel überwinden, indem er stetig Druck über Stunden hinweg aufbaut, bis die Muschel einen Spalt öffnet, durch den der ausgestülpte Magen eingeführt werden kann. Seesterne reagieren auf chemische Reize und können Beuteorganismen über weite Strecken erschnuppern. Bei Gefahr können sie Arme abwerfen, um Raubtiere abzulenken, und diese später regenerieren.

Ernährung & Jagdstrategie

Seesterne sind Fleischfresser mit einer breiten Nahrungspalette, die je nach Art stark variiert. Viele Küstenariten sind spezialisierte Muschelfresser: Sie umklammern Muscheln oder Austern mit ihren Armen und ziehen langsam und stetig an beiden Schalenhälften, bis der Schließmuskel ermüdet und die Schale einen kleinen Spalt öffnet. Dann stülpen sie einen Teil ihres Magens in diesen Spalt, injizieren Verdauungsenzyme direkt ins Innere und nehmen das flüssige, vorverdaute Gewebe wieder auf. Andere Seesternarten fressen Seeigel, Schnecken, Krebstiere, Aas, organischen Detritus, Korallenpolypen oder sogar andere Seesterne. Die Dornenkrone ernährt sich fast ausschließlich von Korallenpolypen und kann Massenauftreten bilden, die Korallenflächen in kurzer Zeit vollständig entblättern. Einige wenige Seesternarten sind Filterfeeder und nehmen Plankton und organische Partikel aus dem Wasser auf.

Fortpflanzung & Lebenszyklus

Seesterne können sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich fortpflanzen. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung setzen die meisten Arten Eier und Spermien einfach ins freie Wasser frei, wo die Befruchtung äußerlich stattfindet. Die befruchteten Eier entwickeln sich zu frei schwimmenden Larven, die Teil des Planktons werden und sich durch mehrere Entwicklungsstadien hindurch zu jungen Seesternen metamorphosieren, die sich auf dem Substrat festsetzen. Bei manchen Arten gibt es elterliche Fürsorge: das Weibchen wölbt seinen Körper zu einer Schutzkammer, in der die Eier und Larven bis zur Metamorphose verbleiben. Ungeschlechtliche Fortpflanzung durch Fissiparität (spontane Teilung des Körpers) ist bei einigen Arten möglich und führt zur Entstehung genetisch identischer Nachkommen. Die bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit vieler Seesternarten ist ebenfalls eine Form der ungeschlechtlichen Reproduktion: Unter bestimmten Bedingungen kann ein einzelner abgetrennter Arm, der einen Teil der zentralen Scheibe enthält, zu einem vollständig neuen Individuum heranwachsen.

Menschliche Interaktion

Seesterne faszinieren Menschen seit der Antike und wurden als Symbole und Dekoration genutzt. In vielen Küstenkulturen sind sie Bestandteil traditioneller Medizin, Mythologie und Kunst. In wissenschaftlicher Hinsicht haben Seesterne erheblich zum Verständnis grundlegender biologischer Prinzipien beigetragen: Studien an Seesternembryonen waren wegweisend für das Verständnis der Zellteilung und Embryonalentwicklung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Das Konzept der Schlüsselart, entwickelt durch Robert Paine anhand des Purpursterns in den 1960er-Jahren, veränderte das ökologische Denken grundlegend. Seesterne werden in großen Mengen als Souvenirartikel und für dekorative Zwecke geerntet und getrocknet, was in manchen Regionen zu lokalem Populationsdruck geführt hat. In Teilen Asiens werden einige Seesternarten als Nahrung konsumiert. Taucher und Schnorchler lieben Seesterne als attraktive Meerestiere, und das Fotografieren und Berühren wilder Seesterne ist eine verbreitete, wenn auch für die Tiere potenziell schädliche Praxis, da die natürliche Schutzschicht der Haut beschädigt werden kann.

FAQ

Wie lautet der wissenschaftliche Name des Seestern?

Der wissenschaftliche Name des Seestern ist Asteroidea.

Wo lebt der Seestern?

Seesterne kommen in allen Weltmeeren in nahezu allen Meerestiefen vor, von flachen Gezeitenpools bis zur Tiefsee. Die größte Artenvielfalt findet sich in der Indopazifischen Region und den Korallenriffen der Tropen und Subtropen. In gemäßigten Meeren, wie den Küsten Nordamerikas und Europas, sind Seesterne häufige Bewohner von Gezeitenbereich und Felsküsten. Manche Arten bevorzugen Sandböden und wühlen sich bei Gefahr oder Ruhe darin ein; andere haften an Felsen, Riffen und Hartsubstraten. Seesterne sind an sehr unterschiedliche Salinität und Temperaturen angepasst, je nach Art. Das Auftreten von Seestern-Absterbe-Ereignissen durch Erkrankungen, wie das Seestern-Abfaulkrankheits-Syndrom (Sea Star Wasting Disease), das seit 2013 Millionen von Tieren vor der Pazifikküste Nordamerikas getötet hat, zeigt die Vulnerabilität dieser Tiere gegenüber Umweltveränderungen und Krankheitserregern.

Was frisst der Seestern?

Fleischfresser. Seesterne sind Fleischfresser mit einer breiten Nahrungspalette, die je nach Art stark variiert. Viele Küstenariten sind spezialisierte Muschelfresser: Sie umklammern Muscheln oder Austern mit ihren Armen und ziehen langsam und stetig an beiden Schalenhälften, bis der Schließmuskel ermüdet und die Schale einen kleinen Spalt öffnet. Dann stülpen sie einen Teil ihres Magens in diesen Spalt, injizieren Verdauungsenzyme direkt ins Innere und nehmen das flüssige, vorverdaute Gewebe wieder auf. Andere Seesternarten fressen Seeigel, Schnecken, Krebstiere, Aas, organischen Detritus, Korallenpolypen oder sogar andere Seesterne. Die Dornenkrone ernährt sich fast ausschließlich von Korallenpolypen und kann Massenauftreten bilden, die Korallenflächen in kurzer Zeit vollständig entblättern. Einige wenige Seesternarten sind Filterfeeder und nehmen Plankton und organische Partikel aus dem Wasser auf.

Wie lange lebt der Seestern?

Die Lebenserwartung des Seestern beträgt ungefähr Die Lebenserwartung variiert je nach Art erheblich: Die meisten Arten leben fünf bis zehn Jahre, manche Tiefseearten können jedoch erheblich älter werden, mit Schätzungen von bis zu 35 Jahren für einige Arten..